Bericht aus Chemnitz 2016

 

Im Rahmen des Projekts „Mensch - komm mit" – Niedrigschwellige Beratung für Menschen in Wohnungsnot in Sachsen“ beteiligte sich die Wohnungslosenhilfe der Stadtmission Chemnitz e.V. in Kooperation mit dem Sozialamt Chemnitz an der Durchführung am Standort Chemnitz.

Ziel ist, ein niedrigschwelliges und örtlich erreichbares Beratungsangebot für wohnungslose bzw. von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen zu schaffen, welches über die Möglichkeiten der bestehenden Straßensozialarbeit hinausgeht.

Wieviele Menschen haben wir erreicht?

Durch das gemeinwesenorientierte Projekt konnten im Berichtszeitraum 2016 insgesamt 159 Personen kontaktiert werden. Zielgruppe sind hierbei Menschen, die bisher noch keinen Zugang zum örtlich vorhanden Hilfesystem haben. Die beratenen 121 Männer und 38 Frauen konnten mehrheitlich der Altersgruppe der 16 bis 65-jährigen zugeordnet werden. Von den kontaktierten Personen waren 117 bereits zum Zeitpunkt des Erstkontakts ohne festen Wohnsitz und in keiner festen Platzgruppe integriert.

Wie und wo haben wir die Menschen erreicht?

Um wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Personen zu erreichen stand neben geplanten Freizeitangeboten in den Räumlichkeiten der Wohnungslosenhilfe der Stadtmission Chemnitz e.V. vor allem die aufsuchende Arbeit, zu Beginn gemeinsam mit der Straßensozialarbeit der Wohnungslosenhilfe, im Vordergrund. Konzeptionell sollte sich hierbei auf die Stadtteile Ebersdorf, Kappel und Sonnenberg konzentriert werden. Es zeigte sich jedoch, dass sich durch die Umstrukturierung des Quartiersmanagements im Stadtteil Kappel eine Vernetzung dort schwierig gestaltete. Allerdings ergab sich eine vermehrte Frequentierung der Stadtteile im ehemaligen Wohngebiet „Fritz Heckert“ sowie in Borna. Zudem erwies sich eine vermehrte aufsuchende Arbeit im Gebiet des Stadthallenvorparks mit seinen angrenzenden Bereichen aufgrund aktueller politischer und sozialer Veränderungen innerhalb der Stadt als zielführend. Erstkontakte entstanden hierbei sowohl auf öffentlichen Plätzen, als auch im eigenen Wohnraum, ausgehend von Hinweisen durch Netzwerkpartner oder Angehörige.

Wie erfolgreich ist das Projekt?

Durch niedrigschwellige Beratungen und Begleitungen konnten insgesamt 112 Personen erfolgreich in das vorhandene Hilfesystem vermittelt werden. Dies entspricht einer Erfolgsquote von 70,4%. Neben der niedrigschwelligen Beratungstätigkeit war die Entstigmatisierung der Klientel durch gezielte Einbindung in die Gemeinwesenstrukturen der Stadtteile ein weiteres Ziel im Berichtszeitraum. Hierfür wurde an verschiedenen Stadtteilaktivitäten, wie z.B. Bürgerkaffees und Stadtteilfesten sowie an zahlreichen Gremien, wie den Stadtteilrunden teilgenommen. Dabei konnte festgestellt werden, dass viele Angebote noch nicht für Klientel ohne festen Wohnsitz zugänglich sind und somit eine Integration der Klientel nur bedingt möglich ist. Um dem entgegenzuwirken konnte durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, wie z.B. Veröffentlichungen in Stadtteilzeitungen, für das Thema Wohnungslosigkeit sensibilisiert werden.



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