Bericht aus Aue 2016

 

Jahresbericht für das Teilprojekt „Mensch komm mit!“ für die am stärksten benachteiligten Personen und von sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen im Landkreis Erzgebirge, am Standort Aue

Aufsuchende Arbeit

Meist wurden die Betroffenen bei konkreten Hinweisen vom Kooperationspartner an ihrem Aufenthaltsort aufgesucht. In fast allen Fällen konnten die Betroffenen auch erreicht werden, selbst wenn es am Ende zu keiner positiven Vermittlung kam, fand meist persönlicher Kontakt statt. Viele Betroffene suchten uns auch von sich auf, weil sie von unserem Angebot erfuhren.

Eine aufsuchende Tätigkeit im Sinne klassischer Straßensozialarbeit, die die Leute an öffentlichen Plätzen und Straßen erreichen soll, fand nur ganz vereinzelt statt, ist aber geplant.

Zusätzlich zur Aufsuchenden Tätigkeit halten wir noch einen Tagestreff für die Betroffenen vor, welcher von Montag bis Donnertag von 10 Uhr bis 15 Uhr geöffnet hat und gut besucht wird. Es gibt die Möglichkeit zu Duschen und Wäsche zu waschen.

Neben unserem Kooperationspartner, dem Referat Soziale Hilfen des Landratsamtes Erzgebirgskreis haben wir noch eine Vielzahl anderer Netzwerkpartner. Beispielsweise das Jobcenter, den Sozialpsychiatrischen Dienst, diverse örtliche Energieversorger und städtische Wohnungsbaugesellschaften, den Kreisjugendring, die Schuldner- und Suchtberatung, die Betreuungsbehörden und –vereine und einige Städte und Gemeinden selbst.

Mit all diesen genannten Institutionen verläuft die Zusammenarbeit sehr gut und reibungslos. Als schwierig gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Stadt Aue.

An unserem Standort in Aue steht zu den Öffnungszeiten des Tagestreffs, Montag bis Donnerstag 10:00 Uhr bis 15:00, immer mindestens ein Sozialarbeiter als Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus ist eine Erreichbarkeit über das Diensttelefon zu den in der Konzeption beschriebenen Zeiten (Montag bis Freitag von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr) abgesichert.

Beratung und persönliche Hilfe im Rahmen sozialer Einzelfallhilfe

In einzelnen Fällen waren Kriseninterventionen notwendig. Meist ging es hierbei um eine akute Wohnungslosigkeit und es wurde der Kontakt zu der jeweiligen Gemeinde hergestellt und für den Betroffenen eine Notunterkunft organisiert. Bei mehreren Zwangsräumungen wurden wir im Vorfeld informiert und konnten vor Ort sein um gleich ein Hilfeangebot auszusprechen. Wir mussten im Jahr 2016 keinen Wohnungsnotfall, von dem wir erfuhren und bei dem eine Mitwirkung des Betroffenen vorhanden war, abweisen.

Zur Beschaffung einer Wohnung wurden die Betroffenen in den Meisten Fällen entweder direkt an einen möglichen Vermieter vermittelt oder an das Jobcenter um zunächst den finanziellen Lebensunterhalt zu sichern. Wenn sich abzeichnete, dass eine längerfristige Betreuung notwendig ist wurden die Wohnungsnotfälle an die Kollegen von der Wohnungslosenhilfe vermittelt. Bei drohendem Wohnungsverlust waren auch der Vermieter, das Jobcenter und die Wohnungslosenhilfe die üblichen Ansprechpartner. scheiterte es entweder an der Mitwirkung des Klienten oder die Vorrausetzungen für den Kostenträger wurden nicht erfüllt.

Eine Vermittlung an medizinische und andere soziale Einrichtungen fand häufig statt. Vor allem wenn eine Suchtproblematik vorlag wurden die Klienten entweder an die Kollegen von der Suchtberatung weitervermittelt oder es wurde in Zusammenarbeit mit diesen eine stationäre Behandlung erreicht.

Die Zusammenarbeit mit dem Referat Soziale Hilfen des Erzgebirgskreises als unsere Kooperationspartner nahm im Laufe des Jahres 2016 mehr und mehr zu. In den meisten Fällen war es so, dass mit uns Kontakt aufgenommen wurde und wir über einzelne Fälle informiert wurden, die wir dann aufgesucht haben oder die zu uns geschickt wurden. Die Vorgehensweise und der Verlauf der Unterstützung bei diesen Fällen fand dann in Absprache mit dem Kooperationspartner statt.

Erfüllung der Output und Ergebnisindikatoren

Für das Jahr 2016 wurde von uns eine Gesamtfallzahl von 129 Fällen gefordert, 131 Fälle wurden registriert. 121 Fälle wurden positiv vermittelt, das entspricht 90,30%. Insgesamt waren 47 weibliche Betroffene dabei. Das entspricht 32,3%

Sebastian Markert

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