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„Mensch – komm mit!“ – Niedrigschwellige Beratung für Menschen in Wohnungsnot in Sachsen


„Wohnungslosigkeit kann jeden betreffen: Durch alle Schichten und über alle Altersklassen hinweg!“ Das ist die Erfahrung von Heike Schmidt. „Krankheit, Behinderung, Altersarmut, Sanktionen des Job-Centers beim Regelsatz können schnell zu Mietschulden führen und damit zum Wohnungsverlust. Kommen dann womöglich noch Drogen- oder Alkoholprobleme hinzu, dreht sich die Abwärtsspirale noch schneller. Und ist die Wohnung erst einmal weg und der Mensch auf der Straße gelandet, ist es für die Betroffenen schwer, ohne Unterstützung und Beratung wieder festen Fuß zu fassen.“ Zumal bezahlbarer Wohnraum Mangelware sei.

Heike Schmidt ist eine der zehn EHAP-Projektmitarbeitenden der Diakonie Sachsen. EHAP ist ein neuer „Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen". 88 Projekte gegen Armut und Ausgrenzung werden in Deutschland damit gefördert - sechs davon koordiniert die Diakonie Sachsen. Die Projektträger sollen in Kooperationen mit Kommunen und einem Netzwerk an Hilfen außerhalb der Gesellschaft stehenden Gruppen mehr soziale Teilhabe eröffnen. So suchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EHAP-geförderten Einrichtungen hilfebedürftige Menschen beispielsweise auf öffentlichen Plätzen oder in prekären Wohnverhältnissen auf und versuchen, sie an bestehende hilfegebende Beratungsstellen weiter zu vermitteln - beziehungsweise sie direkt dorthin zu begleiten: „Mensch - komm mit!“

Für diese persönliche Beratung und individuelle Hilfe werden aber keine neuen Strukturen geschaffen, sondern EHAP ergänzt bestehende Hilfestrukturen und verstärkt sie in ihrer Wirksamkeit. EHAP-Projekte haben somit eine Brückenfunktion zwischen den Zielgruppen und bestehenden Angeboten des regulären Hilfesystems. So ist beispielweise die Arbeit Heike Schmidts eingebunden in die Arbeit eines Treffs für wohnungslose Menschen der Stadtmission Zwickau. Dort gibt es neben einem Mittagessen eine Beratungsstelle und die Vermittlung an andere Netzwerkhilfen.

„Es ist gar nicht immer leicht, Menschen in Wohnungsnot aufzuspüren - natürlich kennen wir die Plätze an denen sich bestimmte Gruppen aufhalten. Aber aus Scham ziehen sich viele zurück und sind unsichtbar. Sobald wir davon wissen, wird Hilfe möglich“, sagt Heike Schmidt.

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